Tom: Erst einmal Vielen Dank das Sie sich heute für ein
Interview in meinem Guide etwas zeit nehmen.
Danja Le Fay: Hallo Tom. Bitte, gerne!
Tom: Vielleicht erzählen sie
meinen Lesern erst einmal ein wenig über sich, wie sind sie in die
SM Szene gekommen, und was war der entscheidende Schritt zur
„Professionalität“
Danja Le Fay: Mit dem Thema BDSM bin ich relativ früh in
Berührung gekommen. Mir wurde schon in jüngeren Jahren klar, dass
mir die Intensität bei "Blümchen-Sex" nicht ausreicht. Es kam
ziemlich schnell der Zeitpunkt, ab dem mir ein in der Hitze des
Gefechtes zugefügter oder empfangener blauer Fleck allemal lieber
war, als ein Knutschfleck. *lach* Anfangs war die Neigung aber
noch undefiniert, und ich empfand mich selber nur als "ein wenig"
wilder und temperamentvoller, als das wohl die Norm war. Bald fing
ich an, BDSM - Literatur zu lesen und meine Neigung zu begreifen,
die bis dato für mich selbst auch manchmal mit dem
gesellschaftlichen Status der Perversion behaftet war. Es folgten
die ersten zaghaften Versuche BDSM bewusst zu leben. Da gab es
nächtelange Chats, in denen ich mich mit Gleichgesinnten
austauschte und nicht nur das... Der gedankliche wie auch
´praktische ´ Austausch mit Gleichgesinnten war für mich auch
insofern wichtig, da man als Frau ( zumindest ging es mir so )
anfangs schon mit der anerzogenen Rollenverteilung seine Probleme
hat, wenn Frau dann auch dominiert. Welche Frau kommt schon als
Domina auf die Welt? *SMile* Der Schritt in die Professionalität
folgte, auch motiviert durch das Zusammentreffen mit anderen
professionellen Damen des Bizarrbereiches, auf diversen SM-Parties.
Langsam aber sicher.
Erste Praxis Erfahrungen in einem SM-Studio konnte ich dann bei
Domina Priscilla und Madame X. in Basel machen.
Das war auch der Durchbruch vom Gedanklichen zur Praxis.
Schließlich ist es erheblich einfacher mit einem privaten Partner
"zu spielen", den man ja samt seiner Neigungen und Tabus zumindest
länger kennt, als einen Gast im gewerblichen Bereich. Zurück in
Innsbruck fing ich dann langsam an, meine Vorstellungen von meinem
Privatstudio in die Tat umzusetzen. Dabei erwiesen sich einige
Anregungen meiner Gäste als durchaus interessant um diese mit
einfließen zu lassen. Heute ist einfach aufregend für mich zu
sehen, wie sich der Blick eines Gastes mit Sehnsucht füllt, wenn
ich beispielsweise mit einem neuen Spielzeug winke, von dem er bei
seinem letzten Besuch so schwärmte. Wobei ich dennoch darauf
achte, nicht zur "Wunschzetteldomme" zu werden, und trotzdem die
Bedürfnisse des Bottoms zu berücksichtigen, was nicht immer
einfach ist. Eine gewisse Authenzität bei dem was ich tue, ist mir
wichtig. Alles Andere wäre nicht mein Weg.
Tom: Wie würden Sie den
Unterschied zwischen einer Bizarr Lady und einer Domina
beschreiben... Ab und an Sind die Grenzen ja recht fliesend...
Danja Le Fay: Sie spielen auf meine Domain an?
Tom: Ja... auf den Name
Danja Le Fay: Ich versuche Perfektionistin zu sein. Deshalb
hielt ich es am Anfang für ratsamer, als Bizarrlady zu beginnen
und mir meinen Weg zur professionellen Domina zu erarbeiten. Aber
das erörterte ich ja bereits. Ich denke, dass bei einer Bizarrlady
die bizarren Praktiken jenseits einer festen Rollenverteilung im
Vordergrund stehen. Obgleich ich von Anfang an nur in meiner Rolle
als Top zu besuchen war. Als Domina jedoch, ist es ja auch
wichtig, die Rolle einer Domina als solche zu begreifen und auch
umzusetzen. Das Abstrafen eines Sklaven ist sicherlich leichter zu
erlernen, als die notwendigen psychischen Kenntnisse und Facetten
einer Top / Sub - Begegnung.
Tom: Wie weit gehen Sie in
Ihren Behandlungsarten und was sind Ihre Tabus?
Danja Le Fay: Unumstößliche Tabus bei mir sind: KV,
Schlachtungsspiele, Kotzspiele, Cutting und sicherlich noch
Weiteres, aber da ist die Palette der Möglichkeiten ja
mittlerweile so groß, dass der Gast im Zweifelsfall lieber
nachfragen sollte, bevor er sich zu einem Besuch entscheidet.
Klinikspiele sind bei mir bis zu einem gewissen Grad zwar kein
Tabu, aber eine gute Klinikerin werde ich in diesem Leben sicher
nicht mehr werden. *lach* Des Weiteren biete ich auch keinen
Geschlechtsverkehr an.
Tom: Was erregt Sie
persönlich bei einer Session besonders? Haben Sie eine spezielle
Leidenschaft?
Danja Le Fay: Das hängt auch sehr stark von der jeweiligen
Situation und dem Feedback des Subs ab. Natürlich erregt mich die
jeweilige Praktik am meisten, die von einem Sub als besonders
intensiv empfunden wird. Denn letztlich ziehe ich meine Lust an
dem Spiel ja aus den Reaktionen des Besuchers. Sonst könnte ich
meine Gerten, Peitschen ect. ja auch an einem Kissen anwenden.
*lach* Im Großen und Ganzen würde ich mich aber schon als Sadistin
bezeichnen...
Tom: Dürfen auch Paare
oder einzelne Frauen zu Ihnen in das Studio kommen?
Danja Le Fay: Warum nicht? Das Vergnügen hatte ich bisher noch
nicht aber ich stelle mir das durchaus interessant vor.
Tom: Wenn ich an
Östereich
und speziell Innsbruck denke kommt mir immer Skifahren in den
Sinn. Hatten Sie schon Gäste die eigentlich zum Winterurlaub
kamen?
Danja Le Fay: Natürlich. Meistens ist es aber so, dass Gäste
aus anderen Ländern ihren Besuch schon aus dem Heimatland
ankündigen. Die wenigsten machen sich erst vor Ort "schlau".
Tom: Sie leben in
Innsbruck, Österreich ist ja eher als etwas konservativ bekannt
was SM anbelangt. Gibt es denn in ihrer Nähe auch eine SM und
Fetish Szene mit Clubs, Cafes und Events außerhalb der Studios.
Danja Le Fay: Relativ wenig. Gerade das (schein)heiliges Land
Tirol ist da wirklich sehr konservativ. Vergleichsweise Wien ist
da schon offener. In Innsbruck gab es bis vor wenigen Monaten
einen Club mit Studioambiente aber ansonsten wäre mir aber da
nichts weiter bekannt.
Tom: Lesen Sie gern? Und
wenn ja was?
Danja Le Fay: Wie ich ja weiter oben schon anmerkte, lese ich
viel zum Thema BDSM, viel aus der "Blacklabel Reihe". Darüber
hinaus schmökere ich gerne in Büchern zum Thema Mythologie,
Templerorden usw. Derzeit lese ich eine der zahlreichen König
Artussagen.
Tom: Mit was kann man
Ihnen eine besondere Freude machen?
Danja Le Fay: Ich nehme an, Sie spielen auf Geschenke an?
Tom: Nicht
nur... aber auch... *grins*
Danja Le Fay: Wichtiger als ein Geschenk an sich, ist mir,
dass ich merke, der Schenkende hat sich Gedanken über mich
gemacht. Also wenn Sie eine richtig deftige Session wollen,
bringen Sie mir am Besten ein Kochbuch mit. *lach* Nein, im Ernst.
Freue mich über alles, das von Herzen und nicht nur aus einem
Warenregal kommt.
Tom: Habe in meinen
letzten beiden Interviews vergeblich danach gefragt welche
prominente Person den im Studio für eine richtig nette Session
willkommen wäre. Die Antworten waren immer sehr differenziert aber
einen Namen habe ich keinen bekommen. Also trauen Sie sich…
Danja Le Fay: Liegt meines Erachtens darin, dass es bei echter
Dominanz nicht von Belang ist, wer oder was der Mensch außerhalb
des Studios ist, der sich unterwirft. Deshalb kann auch ich keinen
Namen nennen.
Tom: *grummel*...
ich gebe es auf....
Tom: Die letzte Frage
gehört wie immer meiner Interviewpartnerin. Gibt es noch etwas,
das sie den Lesern dieses Interviews gern mitteilen würden?
Danja Le Fay: Ich gebrauche da einfach ein altes Zitat:
"Träume nicht Dein Leben, lebe Deine Träume"
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